Die Geschichte der Firma Carl Morger - gegründet 1882

Gründerzeit - die Jahre 1882 bis 1920

Familie Morgner

Im Herbst des Jahres 1882 meldete der Schlossermeister Carl Friedrich Morgner in Auerbach sein Gewerbe an. Nach kurzer Zeit begann er mit dem Vertrieb und der Reparatur von Landmaschinen und später Textilmaschinen.

Bald begann er mit der Herstellung selbstkonstruierter Maschinen und meldete auch einige Patente an. Um die Jahrhundertwende wurde zusätzlich ein Gebäude in Brunn für die Produktion und Reparatur von Landmaschinen angemietet und man begann mit dem Vertrieb von Waschmaschinen, Wringmaschinen, Fahrrädern und Motorrädern. Ab 1911 wurde die Firma Carl Morgner Vertreter für NSU-Fahrzeuge.

Anfang der 20er Jahre erwarb Carl Morgner das Haus Nicolaistraße 10 in Auerbach und richtete dort ein Geschäft für Fahr- und Motorräder sowie Nähmaschinen ein. Am 21. Februar 1923 verstarb der Firmengründer Carl Friedrich Morgner.

Die Erfolgsgeschichte - die Jahre 1920 bis 1945

Die Brüder Morgner

Die Kinder, insbesondere die Söhne, übernahmen die Leitung der Firma. Carl den kaufmännischen Bereich und den Vertrieb, Arthur die Landmaschinen und die Mechanik und Walther die KFZ-Abteilung. Es folgten Verträge mit Deutz-Fahr, Zündapp, Wanderer, Phönix, Fiat und schließlich Opel. Jetzt hieß die Firma im Volksmund nicht mehr „Maschinen-Morgner“ sondern „Opel-Morgner“.

Nach überstandenem 1. Weltkrieg und der Wirtschaftskrise folgte der Aufschwung. Die Räumlichkeiten in der Nicolaistraße wurden sehr schnell zu eng und man zog mit der KFZ- und Landmaschinen-Abteilung in einen Teil des ehemaligen städtischen Gaswerkes in die Rodewischer Straße 1.

1936 wurde das Gebäude von der Stadt Auerbach gekauft und es entstand ein Opel-Autohaus. Die Firma Morgner hatte in den 40er Jahren über 80 Mitarbeiter. 1940 wurde ein Vertrag mit Volkswagen geschlossen, aber es kam nie zum Verkauf des sogenannten „KdF-Wagens“.

Nachkriegszeit und DDR - die Jahre 1945 bis 1990

Nachkriegszeit der Firma Carl Morgner

Nach Kriegsende und dem Einmarsch der amerikanischen Truppen musste die Firma eine Reparaturhalle der amerikanischen Armee überlassen. Mit der Ablösung der Amerikaner durch die sowjetische Besatzungsmacht, wurde das Firmengelände in der Rodewischer Straße durch die Sowjetarmee besetzt. Später erhielt die Wismut AG per Zwangsverpachtungsvertrag das Firmengelände als Reparaturstützpunkt zugewiesen. Nach erfolgter Entnazifizierung erhielt die Firma Carl Morgner den ehemaligen Steinmetzbetrieb Gruschwitz in der Kaiserstraße als Ausweichobjekt.

1956 gab die Wismut AG den Standort auf und ein Antrag der Firma zur Eigennützung wurde vom Rat der Stadt abgelehnt. Es wurde ein volkseigener KFZ-Instandsetzungsbetrieb als Mieter zugewiesen.

Die Brüder Carl und Arthur Morgner führten die Firma ab 1958 als OHG weiter, sie leiteten das Geschäft bis ins gesegnete Alter von 91 bzw. 84 Jahren mit Unterstützung von Frau Elfriede Schädlich, die bis zum Jahr 2004, ihrem 60. Firmenjubiläum, bei der Firma Carl Morgner tätig war.

Im Jahre 1979 übernahm Ulrich Morgner von seinem Großvater Arthur und dessen Bruder Carl die Firma. Die Gewerbeerlaubnis wurde nur unter der Auflage erteilt, einen Kommissionshandels-Vertrag mit dem HO-Kreisbetrieb Auerbach abzuschließen.

Der Neuanfang - die Jahre ab 1990

Die Firma Morgner nach der Wende.

Zum Zeitpunkt der Wende wurde das Ladengeschäft vergrößert und umgebaut. Jetzt hieß es nicht mehr nur Ware zu beschaffen. Sondern man musste sich wieder auf alte Werte besinnen, der Verkauf war wieder wichtig, zuverlässige und faire Lieferanten mussten gefunden werden. Es folgte die Entwicklung zum Fachgroßhandel für KFZ-Ersatzteile und -zubehör. Erste Direktlieferanten waren Hella, Beru, Sonax, Bosal, mit denen noch heute Geschäftsbeziehungen bestehen.

1996 wurde die Firma Carl Morgner Gesellschafter der CAR, einer Einkaufskooperation von Autoteile-Händlern aus ganz Deutschland. Um die Jahrtausendwende wurde es in der Nicolaistraße erneut zu eng. In der Rodewischer Straße war der Mieter ausgezogen, aber die Gebäude eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Wenn der Standort beibehalten werden sollte, gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder Abriss und Neubau oder eine grundhafte Sanierung bei der nur noch die äußere Hülle eines Gebäudes zu erhalten war. Ulrich Morgner entschied sich für die Sanierung.

Nach Abriss von zwei Gebäuden und kompletter Sanierung erfolgte im Oktober 2006 – nach über 60 Jahren – der Umzug aller Geschäftsräume in die Alte Rodewischer Str. 1 B.

Die Gegenward

Heute bietet die Firma Carl Morgner seinen Kunden ein großes Lager mit über 25.000 verschiedenen KFZ-Ersatzteilen und Zubehör. Die Firma Morgner liefert Autoteile und Auto-Zubehör für sämtliche Fabrikate. Fachmännische Beratung und exzellenter Service werden groß geschrieben und auch in Zukunft soll sich durch Kompetenz, der Bereitschaft zu Innovationen, durch Optimierung der Sortimente und gute Logistik das kontinuierliche und positive Wachstum der Firma fortsetzen.